Die perfekte Bewerbung für einen Physiker

Der Physiker verfügt über einen hohen IQ und beschäftigt sich ungern mit den Banalitäten dieser Welt. Ein oft gehörter Spruch bei Physikern ist: “Das kann man vernachlässigen…”. Kein persönliche Wertung von mir, sondern aus einem Sammelsurium der meisten Sprüche der Physiker.

In diesem Zusammenhang geht es um ein wichtiges Thema “die perfekte Bewerbung für den Physiker”. Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsrunden unterliegen genauso einem Zeitgeist, wie die Mode. Auf selbige komme ich bezogen auf den Dresscode bei einem Bewerbungsgespräch später zurück.

Anschreiben für die Bewerbung als Physiker

Die ersten Sätze deines Anschreibens sind von besonderer Bedeutung. Vermeide Floskeln, die jeder schreibt. Unterstreiche deine Individualität. Aber zuerst beginne mit der entsprechenden Struktur des Anschreibens.

Im Kopfbereich schreibst du deine Adresse, Telefonnummer sowie Handynummer mit E-Mailadresse. Somit stellst du sicher, du bist auf allen Wegen erreichbar. Rechts kommt dein Wohnort mit dem aktuellen Datum. Die Firmenadresse schreibst du passend auf Fensterhöhe eines DIN A4-Kuverts. Achte darauf, einen Ansprechpartner anzugeben, falls vorhanden. Ansonsten recherchiere und erfrage diesen telefonisch beim Unternehmen. Du hinterlässt damit einen besseren Eindruck, denn der erste Eindruck zählt.

Ein paar Leerzeilen später schreibst du fettgeschrieben den Betreff mit der klaren Formulierung, um welche Stelle es sich bei deiner Bewerbung handelt. Gebe zwei Zeilenumbrüche ein und los geht es mit der Anrede.

Überzeuge mit einer klaren Struktur: Formuliere zu Beginn deine Motivation, warum du dich genau auf diese Stelle bewirbst. Finde passende Aussagen und mache dich interessant. Im Hauptteil werbe für deine Person. Das ist deine Chance dich zu präsentieren. Zähle deine Fähigkeiten und bisherigen Erfahrungen stichpunktartig und prägnant auf. Rücke dich in ein positives Licht mit Sprachkenntnissen, Weiterbildungen und Veröffentlichungen. Beschreibe deine Belastbarkeit, deine Stärken und zeichne ein positives Bild deiner analytischen beruflichen Fähigkeiten.

Im letzten Drittel erwähne dein mögliches Eintrittsdatum. Falls in der Stellenausschreibung gewünscht, füge deine Gehaltsvorstellung ebenso hinzu. Erwähne im letzten Satz, dass du dich auf ein persönliches Kennenlernen freust. Das obligatorische “Mit freundlichen Grüßen” darf nicht fehlen und vor allem vergiss deine Unterschrift nicht. Dies kommt häufiger vor, als man denkt. Von daher unterzeichne gleich nach dem Ausdruck des Anschreibens. Zum Abschluss führst du alle Anlagen auf: Lebenslauf und Zeugnisse. Die Zeugnisse antichronologisch aufführen. Die letzte berufliche Station liegt immer oben auf.

Der Lebenslauf eines Physikers

In den Lebenslauf gehören persönliche Daten, die Ausbildung/Studium und der berufliche Werdegang. Besondere Fähigkeiten und Zusatzqualifikationen sollten ebenso aufgeführt werden. Etwaige Auslandsaufenthalte solltest du unbedingt aufführen. Sprachkenntnisse mit Zertifikationen runden das gesamte Bild ab. Das Foto solltest du oben rechts platzieren.

Hauptaugenmerk: der berufliche Werdegang

Antichronologisch führst du die Unternehmen zeitlich auf und zwar mit dem kompletten Datum bzw. Monat. Besondere Erfolge bezogen auf deine vergangene Tätigkeit solltest du klar herausstellen. Dies können Beförderungen, Weiterbildung mit Zertifikaten und interne Schulungen sein.

Lücken sind unbedingt zu vermeiden. Der Personaler würde hier sofort nachhaken und es könnte unangenehm werden. Lücken sind sehr unbeliebt.

Lücken.

Verwende eine klassische schöne Bewerbungsmappe. Falls hierfür eine Platzierung deines Fotos vorgesehen ist, darfst du dies gerne vornehmen. Wähle schwarz, grau oder klassisches Blau. Vermeide knallige Farben, die eher für die Bewerbung in einer Werbeagentur geeignet sind. Die Standardmappen sind in der Regel gedeckte Farben. Es gibt unterschiedliche Gestaltungsformen innerhalb der Mappe und dies ist letztlich Geschmackssache. Achte auf eine ausreichende Frankierung. Gehe lieber zur Post und lasse frankieren. Hier bist du auf der sicheren Seite. Die Post erhöht ständig und nur ein Blatt zu viel, schon bist du in einer anderen Gewichtsklasse und es kostet mehr.

Einstellungstest als Physiker

Einstellungstests sind möglich. Hierbei wird das Fachwissen des Physikers abgeprüft. In der Regel wird Grundlagenwissen abgefragt. Psychologische Tests sind denkbar. Der Buchfachhandel verfügt über Vorbereitungshefte.

No-Gos bei deiner Bewerbung:

Die Zeiten ändern sich, was vor 40 Jahren noch im Lebenslauf stand, ist heute ein No-Go. Der Beruf der Eltern ist aus dem Lebenslauf heraus zu lassen. Dies geht wirklich niemanden etwas an.

Zusammengefasst ist zu erwähnen, das Anschreiben ist dein Aushängeschild und der erste Eindruck. Mit einem guten Passfoto vom Fotografen glänzt du. Versuche etwas Anderes als das klassische Porträt. Aktuell werden dynamische Fotos gewählt. Teile des Oberkörpers sind zu erkennen hinter einem weißen oder dezent farbigem Hintergrund bzw. eine Stadtmauer etc. Der erste Eindruck, dein Foto, sollte dein Potential transportieren.

Gute Fotografen sind auf Zack und wissen was gefragt ist. Dies darf schon etwas kosten. Sprich eine Beauty-Retusche an. Der Fotograf ebnet die Haut und bringt dein Gesicht positiv zum Strahlen durch Lichtfilter. Übertrieben werden sollte es nicht, das Foto findet seinen Platz auf deinem Lebenslauf und nicht auf Instagram. Ein absolutes No-Go sind Selfies!

Im Betreff so genau wie möglich die Stelle beschreiben und ggf. spezifische Nummerierungen wie Abteilung C19-589 angeben. Das Wort “Betreff” als alleiniges Merkmal macht keinen guten Eindruck in deiner Bewerbung. Es wäre kontraproduktiv und sieht nach einem Rundschreiben an zehn oderder mehr Firmen aus.

Vermeide den Anfang mit “hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als Physiker….” Das ist langweilig und sieht nach 0815 ohne Bemühungen aus. Mit diesem Satzeginn ist es möglich, dass du einen Stapel weiter landest und erstmal nicht weitergelesen wird. Sozusagen Stapel “mal schaun”. Ein Personaler hat u.U. 50 Bewerbungen auf dem Tisch und ein individueller erster Absatz deines Anschreibens weckt sein Interesse.

Nimm ordentliches weißes kräftiges Papier zum Ausdrucken. Graues Umweltpapier ist für den Hausgebrauch in Ordnung, jedoch für eine Bewerbung nicht passend. Den großen Briefumschlag wähle neutral und achte auf ein starkes Papier, damit die Bewerbung bei deiner Wunschfirma sicher ankommt. Ein No-Go ist ein zu eng gewählter Umschlag, in den deine Bewerbung gerade mal so reingequetscht wurde.

Der erste persönliche Eindruck zählt

Der Physiker und sein Outfit ist eine ganz spezielle Partnerschaft. In der Regel hat es nicht die Bedeutung, wie für einen Bankkaufmann und zum Vorstellungsgespräch solle man sich auch nicht verkleiden. Einem Personaler fällt dies auf und kann u.U. Minuspunkte einfahren.

Sich dem Unternehmen anpassen ist die Lösung. Sich vorab informieren, wie wird sich im Betrieb gekleidet. Der Anzug mit fest geschnürter Krawatte ist nicht immer die Lösung. Eine Anzugshose mit einem Hemd und einem Pullover darüber wird passender in der Berufssparte und einem Blouson darüber. Vermeiden solltest du T-Shirt, Jeans und Flip-Flops. Es sollte einen gewissen Rahmen erfüllen.

Die Kleidung sollte zu der Stelle passen, auf die du dich bewirbst. Wenn du deinen Job nicht im Anzug mit Krawatte ausübst, solltest du so nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen.

Wähle dezente Farbe. Der rosa Pulli mag für die Verkäuferin das It-Piece der Saison sein, was Mann jetzt tragen sollte, für dein Vorstellungsgespräch ist es gänzlich unpassend.

Frisch geduscht, jedoch ohne Parfüm und saubere Fingernägel ist eine Selbstverständlichkeit. Dunkle Socken zur Hose und ordentliche Schuhe sind eine Grundvoraussetzung

Das Vorstellungsgespräch:

Das erste Kennenlernen steht vor der Tür. Auf Pünktlichkeit ist zwingend zu achten. Stau und sonstige Komplikationen wie Müllwagen etc. einkalkulieren. Lieber vor Ort noch einen Kaffee trinken und die Skills mit den wichtigen Punkten nochmal durchgehen. Erarbeite dir eine Liste, mit welchen Fragen du konfrontiert werden kannst. Überlege dir Argumente, warum du wechseln möchtest, sei auf Fangfragen gefasst und informiere dich ausgiebig über das Unternehmen.

Fragen dazu werden gerne gesehen und zeugen von Interesse. Auf fachliche Kompetenzen wird sicherlich ein Hauptaugenmerk gelenkt. Abschließend kannst du nach sozialen Leistungen, Gehalt und Urlaub fragen. Stelle diese Fragen auf keinen Fall zu Beginn des Gespräches.