Bewerbungsprozess als Mathematiker/in

Wer schreibt schon gerne Bewerbungen, dabei sind sie mit die wichtigsten Schreiben in unserem Leben.

Du bist Mathematiker oder Mathematikerin und möchtest dich neu orientieren oder nach deinem abgeschlossenen Studium ins Berufsleben starten? Hier findest du einige wichtige Tipps und Hinweise für diesen Schritt.

Bei deiner Bewerbung solltest du bedenken, dass Personalverantwortliche täglich Bewerbungen auf den Tisch bekommen und ca. 80 Prozent davon die gleiche oder eine ähnliche Formulierung aufweisen. Ziel sollte es daher sein, sich bereits mit den Bewerbungsunterlagen positiv von den anderen Bewerbern abzuheben. Dabei musst du aber beachten, dass die meisten Unternehmen von dir als Mathematiker7in Seriosität erwarten. Ein Spagat, den es zu meistern gilt.

Das Bewerbungsbild – seriös aber nicht overdressed

Trotz öffentlicher Kritik, das Bewerbungsfoto ist wichtiger Bestandteil einer Bewerbung. Entscheidet der Mensch doch oft durchvisuelle Reize über Sympathie und Antipathie. Bitte verwende keine biometrischen Passfotos. Wie wäre es einmal mit einem anderen Format oder einem Ganzkörperfoto, auch ein schwarz-weiß Foto wirkt oft noch etwas seriöser und hebt sich von der Masse ab. Ein guter Fotograf sollte dich hier beraten können.

Tipps zum Anschreiben – ehrlich und Neugier erweckend

Die Betreffzeile – sie ist die Überschrift und sollte ganz sachlich die Worte Bewerbung als… und die Stelle bezeichnen, wo du die Stellenanzeige gefunden hast. Falls angegeben, gehört auch eine Stellennummer oder ähnliches dazu.

Viele Bewerbungsschreiben beginnen so oder so ähnlich: – in der xy Zeitung habe ich Ihre Anzeige gefunden und bewerbe mich daher als…

Natürlich ist dieser erste Satz sachlich richtig, aber eben auch extrem langweilig. Besser wäre, wenn du direkt auf die Anzeige eingehen kannst. Ist in der Stellenanzeige ein Thema für die neue Stelle genannt, dass sich genau mit deinen Interessen, Vorlieben und Fähigkeiten deckt, oder gibt es ein spezielles Interesse genau in diesem Unternehmen zu arbeiten.

Suche etwas, was dich speziell für diese Stelle begeistert und beginne auch damit dein Anschreiben. Das macht neugierig und lässt den Personalverantwortlichen weiterlesen.

Im nächsten Absatz erläuterst du, warum du fachlich qualifiziert bist. Studienschwerpunkte, Vorlieben und berufliche Erfahrungen gehören dazu, aber auch besondere Eignungsschwerpunkte. Das heißt die Fähigkeiten sollten möglichst an die Anforderungen angeglichen werden. Selbstverständlich musst du dabei ehrlich bleiben und ggf. erwähnen, dass du dich darauf freust in einem Bereich deine Kenntnisse zu erweitern oder zu vertiefen.

Dann solltest du auf deine persönlichen Stärken eingehen. Nicht zu viele Softskils aufzählen, sondern lieber nur ein paar und davon einige begründen. Teamfähig ist fast jeder Bewerber, aber wenn du herausstellst, dass du dich gerne in ein bestehendes Team einbringst und dieses durch deine Arbeit voranbringen möchtest, klingt das ansprechender als eine Aufzählung.

Im Schlussabsatz sollte nochmals herausgestellt werden, warum du so interessiert an dieser Stelle bist und dass du dich auf das Vorstellungsgespräch freust.

10 No-Gos in deiner Bewerbung

1. Unsauberkeit

– eigentlich selbstverständlich, bei Bewerbungen in Papierform sind natürlich gebrauchte Bewerbungsmappen und geknickte Bewerbungsfotos tabu

2. Schreibfehler

Eine Bewerbung schreiben ist meist ein Prozess, aber je öfter du deine Bewerbung selber liest und bearbeitest um so leichter überliest du Fehler. Der Tipp hier, lass jemanden Korrektur lesen, wenn du nichts mehr ändern würdest.

3. Zu saloppe Schreibweise

Hier hilft dir ein meist ein Blick auf die Homepage. Wie tritt das Unternehmen nach außen auf. Entsprechend sollte dein Bewerbungsschreiben auch verfasst sein. Lieber etwas zu seriös als zu salopp.

4. Ein Bewerbungsschreiben für verschiedene Firmen

Individuell gestaltete Bewerbungen kommen besser an. Natürlich gibt es Inhalte, die man in jeder Bewerbung wieder braucht, aber wichtig ist, dass niemals die falsche Firma im Anschreiben auftaucht.

5. Abgedroschene Floskeln

Wie oben bereits erwähnt sollte sich deine Bewerbung abheben, individuell sein.

6. Unehrlichkeit

Wer viele Fähigkeiten hat, hat auch gute Chancen am Arbeitsmarkt – das ist jedem klar. Unrichtige Angaben, die später entdeckt werden, können aber zu unangenehmen Konsequenzen bis hin zur Klage führen.

7. Verwendung von Mustervorlagen

Diese als Anregung zu nutzen ist völlig legitim, aber bitte nicht komplett übernehmen.

8. Gehaltsvorstellung ohne Aufforderung

Erwartet das Unternehmen einen Gehaltswunsch, ist es ratsam sich über die üblichen Gehälter im Berufsfeld und im geografischen Umfeld zu informieren. Ist diese nicht gewünscht, bitte auch nichts dazu schreiben.

9. Wechselgrund angeben

Hier ist Vorsicht geboten, denn kein Chef möchte jemanden einstellen, der warum auch immer gekündigt wurde oder mit dem Vorgesetzten nicht klarkam.

10. Konjunktiv

Den Konjunktiv solltest du sehr sparsam verwenden. Im Schlusssatz, bei dem es um die Einladung zum Vorstellungsgespräch gehen sollte, hat er gar nichts zu suchen.

Tipps zum Lebenslauf

Der Lebenslauf ist der zweite wichtige Bestandteil deiner Bewerbung
Hier gibt es verschiedene Vorlagen im Internet. Auch hier ist es nicht empfehlenswert diese Vorlagen zu übernehmen, aber du kannst sie gut als Orientierung nutzen um die richtige Form für dich zu finden.

Bewährt hat sich bei der Erstellung des Lebenslaufes, gerade bei umfangreicherer Berufserfahrung, mit der aktuell letzten Stelle anzufangen und dann schrittweise bis zum Schulabschluss chronologisch abzusteigen.

Dabei solltest du beachten, dass der Lebenslauf eine rein sachliche Schreibweise hat. Unter der Stelle und der Firma sind hier die Tätigkeitsbereiche, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten aufzuführen.

Am Ende des Lebenslaufs ist Platz für Fähigkeiten wie Sprach- oder PC-Kenntnisse aber gerade bei Dir als Mathematiker/in auch für fachlich relevante Fähigkeiten und ggf. Zusatzqualifikationen.
Über die Aufnahme von Hobbys in den Lebenslauf streiten die Experten. Falls du dich dafür entscheidest, sollten die aufgeführten Hobbys weder eine gefährliche Sportart noch Tätigkeiten wie das Spielen von Ego-Shootern etc. sein.

Tipps zum Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch steht und fällt mit der richtigen Vorbereitung. Sammle so viele Informationen über das Unternehmen wie möglich. Notiere dir mögliche Fragen und überlege, wie du auf die häufigsten Fragen in Bewerbungsgesprächen antworten kannst. Auch hier ist Ihre Kreativität und Individualität gefragt.

Auf die Aufforderung stellen Sie sich bitte kurz vor! – möchten die Verantwortlichen keine auswendig gelernten Bewerbungsunterlagen hören sondern erfahren, was für ein Mensch du bist. Passt du ins Unternehmen und die Abteilung, sind deine fachlichen Kompetenzen passend und wie sieht es mit den Softskills aus.

Achte trotz Aufregung auf deine Körpersprache, antworte ehrlich auf Fragen, aber stelle auch fachlich oder unternehmerisch relevante Gegenfragen.

Typische Fragen beim Vorstellungsgespräch:

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
    • Jetzt kannst du mit deinem Wissen aus der Recherche punkten. Super wäre, wenn du Besonderheiten der Firma herausstellen könntest und dabei auch einfließen lässt, was dich am Tätigkeitsbereich des Unternehmens besonders interessiert.
  • Warum haben Sie sich für unser Unternehmen entschieden?
  • Was haben Sie für berufliche Ziele?
  • Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?
  • Wie sind ihre Gehaltsvorstellungen?
  • Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Der Dresscode beim Vorstellungsgespräch

Wie bereits erwähnt, der erste Eindruck zählt. Das Unternehmen sucht einen Mathematiker, der natürlich gründlich und korrekt ist. Das heißt, Du solltest dich entsprechend kleiden. Für die Herren Hemd und Stoffhose, gerne auch eine Krawatte oder Fliege. Für die Damen ebenfalls Bussinesslook. Die Devise beim Vorstellungsgespräch ist, lieber etwas overdressed als zu salopp. Wichtig ist auch, dass du es nicht mit Rasierwasser oder Parfüm übertreibst.

Der Bewerbungsprozess

Zunächst wird das Unternehmen die eingehenden Bewerbungen abwarten, sichten und erste Entscheidungen treffen, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Möglicherweise dauert dies einige Wochen. Dann erfolgen die Vorstellungsgespräche, und danach müssen diese noch ausgewertet werden. Nach dieser Entscheidung ist es in großen Unternehmen notwendig den Personalrat anzuhören und erst dann kannst du eine hoffentlich positive Rückmeldung erwarten.

So und nun bleibt nur noch, dir viel Erfolg für deine Bewerbung zu wünschen.