Bewerbungsprozess als Arzt

Herzlichen Glückwunsch und Willkommen im Arbeitsleben!

Du hast dein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen und bist nun dabei, dich als Arzt auf dem Arbeitsmarkt für ausgeschriebene Stellen zu bewerben. Grundsätzlich gilt es beim Bewerbungsprozess einige Punkte zu beachten und auch für angehende Ärzte verhält es sich nicht anders.

In diesem Beitrag geben wir Dir Ratschläge, Tipps und grundlegende Informationen, wie du deine Erfolgschancen bei der Bewerbung steigerst.

10 Tipps zum Anschreiben

Das Anschreiben ist die Basis jeder Bewerbung und meistens noch vor dem Lebenslauf das erste Dokument, das der Personaler sichtet. Hier gilt es also, einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen und weiteres Interesse an der eigenen Person zu wecken. Folgende Tipps können Dir dabei helfen, dein Anschreiben optimal zu gestalten.

1. Erwähne konkret die Ausschreibung, auf die Du Dich bewirbst

Sofern Du Dich auf eine ausgeschriebene Position bewirbst, beziehe Dich auf die konkrete Stellenanzeige und erläutere, wo du diese gefunden hast (Online Job Plattform, Unternehmenswebseite etc.). So kann der Personaler gleich nach dem Lesen des ersten Satzes die Bewerbung zuordnen und schnell erkennen, ob du grundsätzlich für die Stelle ein interessanter Kandidat bist. Diesen Punkt kannst Du natürlich bei Initiativbewerbungen wegfallen lassen.

2. Unbedingt ein individuelles Anschreiben verfassen

Ist in der Stellenausschreibung ein/e Ansprechpartner/in aufgeführt, sprich diese namentlich direkt im ersten Satz deines Anschreibens an. Auch ist es ratsam, im Anschreiben ein paar Sätze über das Unternehmen einfliessen zu lassen, um deutlich zu machen, dass Du über das Lesen der Stellenausschreibung hinaus weitere Informationen über deinen zukünftigen Arbeitsplatz eingeholt und so Eigeninitiative bewiesen hast. Personaler erkennen, ob ein Anschreiben nach Mustervorlage verfasst wurde, oder tatsächlich individuell formuliert worden ist.

3. Persönliche Motivation erklären

Erläutere im folgenden Abschnitt deine persönliche Motivation und aus welchen Gründen Du Dich gerade für diese Stelle bewirbst. Hattest Du schon immer eine Faszination für die Hirnchirurgie? Erwähne es in einem Satz!

4. Persönliche Eignung

Erwähne nun deine persönlichen Stärken und erreichten Ziele. Wann hast du deine Approbation erhalten? Was hat Dir in deinem PJ besonders gefallen? Wie kannst du deine Teamfähigkeit untermauern? Falls relevant: Worüber handelte deine Doktorarbeit? Mehrwert ist hier das Stichwort!

5. Fasse Dich eher kurz

Ein Anschreiben sollte nicht mehr als ein DIN A4 Blatt umfassen. Erläutere also gerne, warum Du dich auf die Stelle bewirbst und wieso es gerade dieses Jobangebot sein soll, aber versuche gleichzeitig, Dich kurz und prägnant in deinen Worten zu fassen.

6. Erwähne, ab wann du dein Angestelltenverhältnis aufnehmen kannst

Natürlich will dein zukünftiger Arbeitgeber wissen, ab welchem Zeitpunkt genau Du verfügbar sein wirst. Ein Satz wie „Ich werde ab dem xx.xx.201x mein Studium abgeschlossen haben und ab dem 01. des Folgemonats für ein Anstellungsverhältnis zur Verfügung stehen.“ macht unmissverständlich deutlich, ab wann das Unternehmen mit Dir rechnen kann.

7. Versuche vorher, telefonisch einen ersten Kontakt herzustellen

Ist eine Telefonnummer in der Stellenanzeige ausgeschrieben, rufe vor dem Verfassen deiner Bewerbung dort an. Anschließend kannst Du Dich in der Bewerbung auf das geführte Telefonat beziehen. Die Personaler/in wird sich an Dich erinnern und eine Stimme zuordnen, was Dich möglicherweise von anderen Bewerbern positiv abheben kann.

8. Der Abschlusssatz

Im Abschlusssatz solltest Du deine persönliche, positive Erwartungshaltung zum Ausdruck bringen, um die Chance auf ein erstes Vorstellungsgespräch zu erhöhen. „Über eine persönliche Einladung für ein erstes Kennenlernen würde ich mich sehr freuen.“ ist eine gute Formulierung, um das persönliche Interesse an der Stellenanzeige noch einmal zu untermauern. Mit einem freundlichen Gruß kann das Anschreiben schließlich abgeschlossen werden.

9. Normale Schriftart und Schriftgröße

Die formale Gestaltung deines Anschreibens sollte in einer normalen Schriftart formatiert sein und Schriftgröße 14 nicht überschreiten.

10. Das Anschreiben als PDF sichern

Sichere dein Anschreiben als PDF Datei, statt als Word-Dokument, da diese auf jedem System gelesen werden kann und nicht erst umständlich über ein Textprogramm geöffnet werden muss.

10 No Gos in der Berwerbung

Die größten No Gos in der Bewerbung sind:

– schlechte Formatierung der Seiteninhalte (Schrift zu groß oder zu klein, ungewöhnliche Schriftart, knallige Farben

– unprofessionelle Passfotos (zerknittertes Hemd, unscharfe Bilder, Fotos aus dem Urlaub)

– keine PDF Formatierung der Dateien (PDF Dateien können auf jedem Computer geöffnet werden, Word Dokumente nicht immer)

– Grammatik- und Rechtschreibfehler in der Bewerbung

– kein Briefkopf und kein Datum

– keine Unterschrift im Anschreiben und im Lebenslauf

– unvollständige Unterlagen (wenn möglich, sollten alle Dokumente inklusive Arbeitszeugnissen in einem PDF gesichert werden)

– Verwendung von Mustervorlagen

– Missachtung des erwünschten Bewerbungsweges (Online-Bewerbungen sollten auch nur online erfolgen)

– Verwendung des Konjunktivs im Bewerbungsschreiben (hätte, könnte und würde sind keine guten Ratgeber)

Tipps zum Lebenslauf

Dein Lebenslauf sollte klar formuliert sein und chronlogisch mit deiner letzten Tätigkeit starten, da diese am relevantesten für den Personaler ist. Jeder Abschnitt sollte dabei deine Tätigkeit im Unternehmen grob in zwei bis drei Stichpunkten erläutern, so dass nachvollziehbar ist, was du genau gemacht hast.

Dein Schul-Praktikum in der Gärtnerei kannst Du getrost streichen, da dies für die Stelle nicht relevant sein dürfte. Hobbies können, falls relevant, am Ende hinzugefügt werden.

Tipps im Vorstellungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch sollte auch dazu dienen, Dir klar werden zu lassen, ob Du gerne in dem Unternehmen arbeiten würdest. Einige formelle Punkte sind im Umgang aber für jedes Gespräch allgemein gültig: Wenn Du was zu trinken angeboten bekommst, lehne niemals ab, da dies als unhöflich verstanden werden könnte.

Setze Dich auch niemals als erstes an den Tisch. Im Gespräch selber sei ehrlich, nur so kann der zukünftige Arbeitgeber ein authentisches Bild von Dir erlangen.

Der Bewerbungsprozess

Bis Du auf eine schriftliche Bewerbung Rückmeldung erhältst, können zwischen wenigen Tagen und mehrere Monaten vergehen. Nach einem erfolgten Vorstellungsgespräch kannst Du hingegen innerhalb von zwei Wochen Feedback, beziehungsweise Rückmeldung erwarten. Spätestens nach drei Wochen kannst du aktiv beim Unternehmen nachfragen, ob es Neuigkeiten bezüglich deiner Bewerbung gibt.

Typische Fragen

„Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?“, „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ oder „Für wie kritikfähig halten Sie sich?“ sind Fragen, die im Bewerbungsgespräch oft gestellt werden. Es gibt aber unzählige typische Fragen dieser Art, so dass man sich unmöglich auf alle vorbereiten kann.

„Was ist Ihre größte Schwäche?“ wird seltener verwendet, diese Frage zielt aber natürlich darauf ab, wie ehrlich ein Kandidat ist. Es ist also ratsam, im Zweifel einfach ehrlich auf alle Fragen zu antworten. Der Personaler versucht schließlich nur, sich ein umfassendes Bild in sehr kurzer Zeit vom Bewerber zu machen.

Der Dresscode

Zu deinem Vorstellungsgespräch solltest Du entsprechend gekleidet sein. Wenn möglich, versuche Dir ein Bild der zukünftigen Kollegen zu machen, um entsprechend gekleidet zu erscheinen. Manchmal ist der Dresscode auch in der Stellenanzeige erwähnt.

Overdressed zu einem Gespräch zu erschein, ist unglaublich peinlich, der Anzug ist deshalb tabu! Gute Schuhe und der passende Gürtel aus Leder ermöglichen auch das Tragen eines Wollpullovers statt eines Hemdes. Die Kombination ist entscheidend!